Notruf Niederösterreich wurde 2003 gegründet und ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Gesellschafter sind das Land Niederösterreich über den NÖGUS (65,9 %), das Rote Kreuz NÖ (26 %), der ASBÖ LV NÖ (5,2 %) und der Christophorus Flugrettungsverein des ÖAMTC (2,9 %).
Gründung:
2003 März: Am 5. März 2003 wurde die LEBIG (Leitstellen- Entwicklungs, -Betriebs- und -Integrationsgesellschaft mbH) offiziell gegründet. Gründungsgeschäftsführer waren Christof Constantin Chwojka und Carl-Heinz Langer, der Firmensitz war in Tulln. Im Dezember 2006 beteiligt sich das Land Niederösterreich mehrheitlich an der Gesellschaft, der Firmensitz wandert nach St.Pölten und der Name wird in Notruf Niederösterreich geändert.
Hintergund der Gründung war eine grundsätzlich für den Rettungsdienst positiv ausgefallene Analyse des Landes Niederösterreich im Oktober 2001, die eine gänzliche Reorganisation der Leitstellen für „notwendig erachtete, da benachbarte Dienststellen oft keine Übersicht haben, ob und wie viele Fahrzeuge in der Nähe verfügbar wären.“ Auch geänderte Abrechnungsmodalitäten mit den Krankenkassen und die anstehende Inbetriebnahme des TETRA-Funks verlangten dringend eine Anpassung der Strukturen im Leitstellenbetrieb.
Es werden 84 Leitstellen zu einer Leitstelle an zunächst neun, später vier Standorten zusammengeführt, wobei nach nur sechs Monaten Vorbereitungsphase im September 2003 die ersten neuen Standorte in Betrieb gehen.
Die Entgegennahme und Disposition von täglich mehreren Tausend Alpinnotrufen 140 und Rettungsnotrufen 144 sowie von Krankentransportanforderungen gehört nun ebenso zu den Aufgaben, wie die Beauskunftung von zahlreichen Hotlines und Informationsdiensten .
Meilensteine:
2005 Juni: Das digitale Pagernetz zur raschen und sicheren Alarmierung geht in Betrieb
2005 Dezember: Die Online-Info über Sperren von Kapazitäten in Krankenhäusern www.betteninfo.at nimmt den Betrieb auf
2008 August: Die leitstellenseitige Inbetriebnahme des neuen Funknetzes TETRA ist abgeschlossen und die Leitstelle funkt ab sofort digital. Rechtzeitig zur Fußballeuropameisterschaft EURO 2008
2011 September: Die Nutzung des digitalen Pagernetzes auch für die Feuerwehr wird umgesetzt.
2012 Oktober: Die ECard-Schnittstelle zum Zugriff auf Versicherungsdaten des Hauptverbandes der Sozialversicherung geht in Betrieb.
2013 Jänner: Notruf NÖ übernimmt die komplette Organisation und Abwicklung des NÖ-Ärztedienstes 141 für die Wochentagsnachtdienste. Es startet auch der offizielle Betrieb der Infoplattform www.141.at.
2013 März: Die Systeme von Notruf NÖ werden nun auch den Feuerwehr-Alarmzentralen, beginnend mit den BAZen Amstetten, Krems und Mödling zur Verfügung gestellt.
2013 November: Die Defi-Plattform definetzwerk.at geht online. Damit ist es erstmals möglich, Defibrillatoren so einzupflegen, dass diese von der Rettungsleitstelle bei telefonischer Reanimationsanleitung optimal genutzt werden können.
2014 Jänner: notarztdoku.at, später umbenannt in LeoDok, geht an den Start. Einfach und schnell, modern und örtlich flexibel ermöglicht es rasche Dokumentation der Notarzteinsätze.
2014 Juli: Die selbst entwickelte Alarm- und Einsatzinfoapp ESAPP (für Fahrzeuge und Personal) als iOS und Android geht in den Echtbetrieb.
2014 August: Notruf NÖ stellt dem Bundesland Kärnten die vollständige Lösung für den Ärztedienst 141 zur Verfügung. Somit läuft die Koordination der niederschwelligen ärztlichen Versorgung in Kärnten auch über die NÖ Systeme.
2014 Oktober: Im Rahmen der Gesundheitsreform wird Notruf NÖ beauftragt, das Projekt Telefonische Gesundheitsberatung 1450 umzusetzen. Ein erster Schritt in Richtung umfassender Gesundheitskommunikation.
2014 Dezember: Die Rettungshundearbeit in NÖ wird neu aufgestellt. Unter der Ägide von Notruf NÖ wurden Mindeststandards und eine Einsatzleiterausbildung entwickelt.
2016 Jänner: Der Staatsvertrag über den grenzüberschreitenden Rettungsdienst zwischen Österreich und Tschechien wird in Brünn unterschrieben. Die Ausarbeitung dieses bilateralen Abkommens und der folgenden Kooperationsverträge zwischen den Regionen Südböhmen, Südmähren und Visocina mit Niederösterreich wurde unter der fachlichen Führung von Notruf NÖ erarbeitet und umgesetzt.
2016 Mai: Homeoffice im Bereich des Backoffice, aber auch im regulären Leitstellenbetrieb wird für die Mitarbeiterermöglicht.
2017 Jänner: Das AKUTteam NÖ wird von Notruf NÖ übernommen und eingegliedert.
2017 April: 1450, Ihre telefonische Gesundheitsberatung nimmt den Betrieb auf
2017 Dezember: Das Pilotprojekt „First Responder Polizei – Defis für die Polizei“ startet im Bezirk Gänserndorf
2018 April: Die neue Notruf-APP für Smartphones ist da
2018 Juni: Paperless Event und die digitale Dokumentationsplattform LeoDok starten
2019 Februar: DEC112 geht in den Regelbetrieb, um die speziellen Bedürfnisse von Gehörlosen optimal abzubilden und Chats mit den Notrufspezialisten zu ermöglichen.
2019 Mai/November: Die Emergency Communications Nurses (ECNs) bearbeiten nun auch die telefonischen Gesundheitsberatungen via 1450 aus den Bundesländern Burgenland und Kärnten.
2020 März: Die Coronakrise hat alles ab jetzt fest im Griff. Der Geschäftsführer Christof Constantin Chwojka wird von der Regierung mit der Test- und Impfkoordination im Bundesland Niederösterreich betraut.
2020 Mai: Das Pilotprojekt ACN – Acute Community Nursing geht in Betrieb.
2020/2021/2022: Notruf NÖ betreut und organisiert Millionen Testungen, Impfungen, betreibt zahlreiche Impfzentren und Impfbusse, Onlineplattformen zur Selbsttestung, Impfanmeldung, usw. usw.
Dezember 2022: Das Heimwegtelefon nimmt seinen Betrieb auf und ist für den Heimweg von den niederösterreichischen Bahnhöfen und Haltestellen täglich vom Einbruch der Dunkelheit bis 5 Uhr früh verfügbar.
Dezember 2022: Nordstern geht in Betrieb und fungiert als Sprachrohr für Menschen mit sehr seltenen notfallrelevanten Krankheiten.
Auszeichnungen – Zertifizierungen
November 2022: GF Christof Constantin Chwojka erhält den Camillo Award für sein Lebenswerk im Parlament verliehen.
September 2019: Lisa Widek erhielt in Berlin die Auszeichnung zum Dispatcher of the Year.
April 2019: Notruf NÖ erhielt in Dubrovnik (Kroatien) den 112 Award für eine außergewöhnliche Rettungsaktion verliehen.
April 2019: Die noch junge Sparte der telefonischen Gesundheitsberatung 1450 wurde zum ACE – Accredited Center of Excellence erhoben.
März 2019: Notruf NÖ wurde als erste Notrufleitstelle überhaupt in der Erfüllung der ISO 18295 zertifiziert.
März 2019: Die European Emergency Number Association rezertifiziert Notruf NÖ nach zum zweiten Mal in Folge mit dem „EENA Certificate of Quality Standard“
Dezember 2018: Notruf NÖ wurde mit der Urkunde auf dem Weg zum gesunden Betrieb ausgezeichnet.
September 2018: Notruf NÖ reakkreditiert zum vierten Mal in Folge zum Accredited Center of Excellence
September 2018: Am 11. September 2018 erhielt Michael Strobl in Den Haag (NL) die Auszeichnung zum Dispatcher of the Year
April 2015: Notruf NÖ erhielt nach intensiven Audits das EENA-Certificate of Quality Standard. Damit ist Notruf NÖ weltweit das einzige Center, das beide hochwertigen Akkreditierungen innehat.
September 2014: Manfred Müllner erhält beim europäischen Leitstellenkongress in Wiesbaden (D) die Auszeichnung zum „Dispatcher of the Year“.
Februar 2013: 144 Notruf NÖ erhält den Ö3-Verkehrsaward für die optimale Zusammenarbeit bei gefährlichen Situationen auf Niederösterreichs Straßen
September 2012: Notruf NÖ wird erneut zum Accredited Center of Excellence akkreditiert und bleibt dies weiterhin als bislang einzige Leitstelle in Kontinentaleuropa.
September 2009: Notruf NÖ wird als erste und bislang einzige Leitstelle in Kontinentaleuropa zum Accredited Center of Excellence